Generalversammlung 2011

Am 21. März 2011 hielten die Österreichischen Freunde von Yad Vashem ihre jährliche Generalversammlung zum ersten Mal in Wien ab – und zwar am symbolträchtigsten Ort der österreichischen Demokratie: im Parlament an der Ringstraße.
Die Ehrenpräsidentin der Freundesgesellschaft, Nationalratspräsidentin Mag.a Barbara Prammer, öffnete den prächtigen Budgetsaal für die Mitgliederversammlung. Gastsprecherin des Abends war die Vizepräsidentin der israelischen Knesset, Ruhama Avraham-Balila.

Mehr als 200 Mitglieder und Gäste aus Österreich und Israel waren zu dieser Festveranstaltung gekommen, allen voran hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie aus Yad Vashem Jerusalem. Auch hohe Repräsentanten der israelitischen Kultusgemeinden, christlicher Kirchen und jüdischer Organisationen konnten begrüßt werden.

Präsidentin Prammer

In ihrer Eröffnungsrede würdigte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer die Arbeit der Österreichischen Freunde von Yad Vashem. Sie hob insbesondere das Organisieren und Initiieren von Gedenkveranstaltungen hervor die anlässlich des Internationalen Holcaust-Gedenktages am 27. Jänner in mehreren Städten Österreichs abgehalten werden. Damit ergebe sich eine schöne Klammer zum 5. Mai, dem offiziellen Gedenktag der Republik Österreich.

Nach langen Anläufen stehe Österreich nun zu einem klaren Bekenntnis und zur Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, so Prammer. Mit dem Nationalfonds der Republik Österreich wurde ein klares Zeichen gesetzt und der Entschädigungsfonds bezahlte mittlerweile 96 % der Geldmittel aus.

Vorsitzender Schuster

Vorsitzender Günther Schuster wies in seinen Worten auf das große Engagement von Nationalratspräsidentin Prammer für die Erinnerungsarbeit in Österreich hin. In einem Kurzfilm stellte er die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Jerusalem vor und lud zur Unterstützung ein. Dies sei nicht nur Aufgabe eines Freundeskreises, sondern Ausdruck verantwortungsbewusster Österreicher.

Rede engl.

 

 

Director Ben-Yehuda

Yad Vashems Direktor für Internationale Beziehungen, Shaya Ben Yehuda, berichtete aus seiner tragischen Familiengeschichte. Viele Mitglieder seien im Holocaust ums Leben gekommen. In seinen Worten hob er die Bedeutung der Freundeskreise für Yad Vashem hervor: „Wir schätzen die vielen Freunde und Partner, die es überall auf der Welt gibt.“

 

 

Botschafter ShirOn

Israels Botschafter in Österreich, SE Aviv ShirOn ging in seinen Worten auf die Entwicklung der Österreichischen Freunde von Yad Vashem ein. Das hohe Ansehen des österreichischen Freundeskreises trage nicht nur zu den hochkarätigen Veranstaltungen der Organisation bei, sondern auch zur Ehre Yad Vashems. Er dankte Präsidentin Prammer für ihr Engagement und für die Einladung ins Parlament.

Rede ivrit
Rede en

 

2.Präsident Neugebauer

Zweiter Nationalratspräsident Fritz Neugebauer berichtete nach seinen anerkennenden Worten von den Beweggründen, die ihn dazu führten, Geschichte zu studieren und Pädagoge zu werden. An der heranwachsenden Generation werde deutlich, dass die Mühe der Vermittlung inzwischen Früchte trage. Gedenken sei nicht rückwärtsgewandt, sondern in die Zukunft gerichtet.

 

 

Generalsekretärin Schuster

In einer Präsentation stellte Ulrike Schuster die umfangreichen Aktivitäten der Österreichischen Freunde von Yad Vashem vor, durch die einerseits Projekte in Jerusalem unterstützt werden und die andererseits zur Aufklärungs- und Erinnerungsarbeit in Österreich beitragen.

 

 

 

Deputy Speaker Avraham-Balila

Die Vizepräsidentin der Knesset, Ruhama Avraham-Balila, ging in ihrer Ansprache auf die Unmenschlichkeit von Rassismus und Antisemitismus ein. 63 Jahre nach der Gründung Israels kämpfe der jüdische Staat noch immer um seine Existenz.
6 Mio. Juden wurden während des Holocaust von den Nazis brutal ermordet und heute sind extremistische Führer erneut auf die Vernichtung des jüdischen Volkes aus. Das wichtigste strategische Ziel für Israel sei und bleibe es, Frieden mit seinen Nachbarn zu schließen. Frieden bedeute aber auch die volle Anerkennung Israels durch seine Nachbarn. Die Lösung seien zwei Staaten für zwei Nationen, so Avraham-Balila.
Die Stärkung der demokratischen Werte müsse einen wesentlichen Platz einnehmen, sodass die junge Generation gegen Extremismus und zu Toleranz, Meinungsfreiheit und Respekt vor Minderheiten erzogen werde.

Wahlvorsitzender Wetzlmair

Im Anschluss an die Festrede wurde das Ergebnis der Vorstandswahl bekannt gegeben. Der amtierende Vorstand wurde mit 97,2 % der abgegebenen Stimmen wiedergewählt.

Vorsitzender: Günther Schuster
2. Vorsitzender: Ing. Gustav Arthofer
Schriftführerin: Edith Zwieb
Kassierin: Melanie Arthofer

 

Ensemble Klesmer

Ein besonderer Genuss waren die Darbietungen des virtuosen „Ensemble Klesmer“, das die diesjährige Generalversammlung musikalisch kunstvoll zu umrahmen wusste.

 

In der prächtigen Säulenhalle des Parlaments wurde zu einem Buffet geladen.

Alle Interessierten konnten zudem eine interessante Führung durch das geschichtsträchtige Gebäude in Anspruch nehmen.