09.11.2017

Zeitzeugenveranstaltung mit Aba Lewit

Am 9. November 2017 berichtete der Holocaust-Überlebende Aba Lewit im Interview mit ORF-Redakteurin Mag.a Renata Schmidtkunz vor 200 aufmerksamen Schülern aus seinem Leben. Israels Botschafterin Talya Lador-Fresher appellierte an die Zuhörer, angesichts des europaweiten Rechtsrucks hellhörig zu sein und Stellung zu beziehen.

 

 

v.l.Schuster|Schmidtkunz|Greiner|Lador-Fresher|Trummer|Lewit|R.Erbst|U.Schuster

Da bei unserer Generalversammlung im März ein Großteil der interessierten Schüler und Lehrer aus Platzgründen nicht teilnehmen konnte, versprachen wir, eine besondere Zeitzeugenveranstaltung für Jugendliche anzubieten.
Diesem Versprechen kam der Freundeskreis – anlässlich des Gedenktages zur Pogromnacht – am 9. November in Wien nach.

Dir. Mag. Erwin Greiner koordinierte die Teilnahme von neun interessierten Schulen und Dir. Mag. Meinrad Trummer lud als Hausherr in das Akademische Gymnasium am Beethovenplatz ein.

 

S.E.Talya Lador-Fresher

In Ihren Grußworten ermutigte Botschafterin Talya Lador-Fresher die Schüler im voll besetzten Festsaal, sich mit der jüngeren Geschichte Österreichs auseinander zu setzen. Es gehe dabei nicht nur darum, zu wissen, was damals geschehen ist, sondern darum, sensibel gegenüber Hass, Hetze und Antisemitismus in der Gegenwart zu sein.

 

Anschließend befragte Mag.a Renata Schmidtkunz den heute 94-jährigen auf sehr einfühlsame Weise zu den verschiedenen Situationen seines Lebens.
Geboren in Dzialoszyse (Polen) verbrachte Aba Lewit seine Kindheit in gut situierten Verhältnissen im jüdischen „Schtetl“. Bereits mit 17 Jahren kam er ins Lager Kostrze und wurde später ins KZ Plaszow bei Krakau eingeliefert, wo er auch den sadistischen Grausamkeiten des berüchtigten Lagerkommandanten Amon Göth ausgesetzt war.
Aba Lewit wurde von der SS-Wache angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Ein Mithäftling konnte ihm in einem Versteck im KZ drei Kugeln mit einem Messer aus dem Fleisch schneiden – bei vollem Bewusstsein. 
Ohne jegliche medizinische Versorgung verheilte seine Verletzung wie durch ein Wunder und Aba Lewit überlebte.
1943 wurde er nach Mauthausen deportiert und zum Kriegsende im Nebenlager Gusen durch amerikanische Truppen befreit.

Die Schüler hörten den Ausführungen sehr interessiert zu, viele waren tief berührt und stellten nach dem Interview gezielte Fragen, die Herr Lewit in seiner liebevollen Art entschieden und klar beantwortete.

Ein Jugendlicher bemerkte zum Schluss, dass er sehr dankbar für die persönliche Begegnung mit einem Holocaust-Überlebenden sei. Nur darüber zu lesen, habe nicht dieselbe Auswirkung.
Durch diese bewegende Veranstaltung kam es auch zu neuen Kontakten: Botschafterin Talya Lador-Fresher wird noch im Dezember eine der teilnehmenden Schulen besuchen.