Am 31. März wurde unsere Ausstellung „Die Gerechten – Courage ist eine Frage der Entscheidung“ im Museum im Ballhaus in Imst eröffnet. Einhundert Gäste nahmen an der Eröffnung teil, unter ihnen Vertreter der Stadt Imst, der Israelitischen Kultusgemeinde Innsbruck und der Diözese Innsbruck. Die Überlebende Angelica Bäumer berichtete über ihre Rettung durch den Pfarrer Balthasar Linsinger. Ein spezielles Augenmerk lag auch auf den Lebensrettern aus Tirol.

 

Kulturstadtrat Christoph Stillebacher nahm die Begrüßung der Gäste im Raiffeisensaal Imst vor und führte durch das Programm. Für die Diözese Innsbruck richtete Diözesanadministrator Jakob Bürgler seine Worte an die Versammlung. Die Tiroler Geschichte sei nicht nur eine Heldengeschichte und die Tiroler seien auch nicht nur Opfer der Entwicklungen gewesen, so Bürgler. Aber in dieser Geschichte finden sich auch Menschen, die Widerstand geleistet und Juden gerettet haben.

Kultusrätin Denise Wendlandt von der IKG Innsbruck bedankte sich bei den Österreichischen Freunden von Yad Vashem für ihr Engagement. Sie wünsche sich, dass diese beeindruckende Ausstellung besonders die junge Generation anspreche, so Wendlandt.

Nach einem Informationsfilm über die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und ihren österreichischen Freundeskreis gingen Vorsitzender Günther Schuster und Generalsekretärin Ulrike Schuster auf die Ausstellung und ihre Entstehung ein. Angeregt durch den ehemaligen israelischen Botschafter in Österreich, Dr. Yosef Govrin entstand eine Schau, die den Mut und die kompromisslose Entschlossenheit jener ÖsterreicherInnen zeigt, die ihr Leben für die Rettung jüdischer Mitbürger aufs Spiel gesetzt hatten.

Eine dieser Geretteten ist die österreichische Kunstkritikerin Angelica Bäumer. Sie erzählte über ihre Rettung durch den mutigen Pfarrer von Großarl, Balthasar Linsinger und wie sie als Zwölfjährige in ihrer Familie die Verantwortung übernehmen musste. Angelica Bäumer schilderte aber auch, wie bei vielen Geretteten Jahrzehnte später das Entsetzen über die damaligen Erlebnisse wieder aufsteige. 

Besonderes Augenmerk legte anschließend der Innsbrucker Historiker Niko Hofinger auf die Tiroler „Gerechten unter den Völkern“. Jeder fünfte österreichische Gerechte sei Tiroler gewesen. Dennoch könne man nicht behaupten, dass es genügend „Gerechte“ gegeben habe – vor allem nicht in der Wahrnehmung jener vertriebenen jüdischen TirolerInnen, die von ihren früheren Landsleuten keinerlei Solidarität und Anteilnahme erfahren hatten.

Die Eröffnung wurde vom großartigen Ensemble Saxhotline in einfühlsamer Weise musikalisch umrahmt. Beim anschließenden, reichhaltigen Buffet und bei den Führungen durch die Ausstellung ergaben sich noch viele sehr interessante Begegnungen.