13.04.2015

Ausstellungseröffnung in Wels

Am 13. April 2015 wurde unsere Ausstellung Die Gerechten - Courage ist eine Frage der Entscheidung in Wels eröffnet. 160 Gäste – darunter viel regionale Prominenz - folgten der Einladung in das städtische Kulturzentrum Minoriten. Die Eröffnungsreden hielten Oberösterreichs Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, der Welser Bürgermeister Dr. Peter Koits und Kulturstadtrat Walter Zaunmüller. Die Gerettete Prof. Angelica Bäumer berichtete in einem Interview über ihre Lebensrettung durch den Pfarrer von Großarl, Balthasar Linsinger.

LH Dr.Josef Pühringer

Oberösterreichs Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer bezeichnete die Ausstellung als bemerkenswert. Die Taten der Gerechten zeigten, dass auch das unmenschlichste Regime mit seinem erbarmungslosen Rassenwahn nicht in der Lage sei, die Menschlichkeit völlig aus seinem Machtbereich zu verbannen. Oberösterreich sei stolz auf die Menschen, die in dieser Ausstellung gezeigt werden. Man sei sich aber auch darin einig, dass ihr Heldentum nie mehr wieder notwendig sein möge. Entscheidend sei auch, dass die Vergangenheit nicht zum „Museum“ werde. Das Geschehene müsse Teil unserer Gegenwart bleiben. Landeshauptmann Pühringer gratulierte den Österreichischen Freunden von Yad Vashem zur gelungenen Ausstellung. Sie sei ein wichtiger Teil der Erinnerungsarbeit und –kultur und zeige, dass es auch in unserem Land Menschen gab, die mit ihrem Mut dem Nationalsozialismus die Stirn boten und unter Lebensgefahr jüdische MitbürgerInnen retteten.

Kulturstadtrat Walter Zaunmüller stellte in seinen Grußworten die Fragen: Konnte man damals widerstehen oder musste man mitmachen? Und wenn man widerstand: mit welchen Konsequenzen hatte man zu rechnen? Die Frage nach der Courage sei der Dreh- und Angelpunkt dieser Ausstellung, die sich an alle richte. Die Taten der Gerechten seien ein Maßstab für hohes menschliches, moralisches Verhalten – selbst in unerträglichen und lebensbedrohlichen Situationen. Sie beweisen, dass man dem Bösen widerstehen könne und müsse - und dass Widerstand immer möglich sei, so Zaunmüller.

Vorsitzender Günther Schuster und Generalsekretärin Ulrike Schuster schilderten den Werdegang von der Idee bis zur Fertigstellung der Ausstellung und wiesen auf die außergewöhnlichen Objekte und Filme hin.

Nachdem die Zeitzeugin Prof. Angelica Bäumer eindrucksvoll die Geschichte ihrer Rettung durch Pfarrer Balthasar Linsinger geschildert hatte, nahm der Welser Bürgermeister Dr. Peter Koits als Hausherr die Eröffnung vor. Er forderte die Anwesenden auf, Botschafter dieser Ausstellung zu sein. Es sollen viele Menschen hierherkommen und sich mit diesem Thema befassen. Er selbst habe die Ausstellung bereits vorher in Graz gesehen und etwa vier Stunden darin verbracht. Daraufhin wollte er, dass sie auch in Wels gezeigt werde, damit die Stadt ein Zeichen setze, auf welcher Seite sie stehe. Bürgermeister Koits dankte dem Freundeskreis für die wertvolle Arbeit, die nicht nur in Österreich, sondern auch im Ausland geleistet werde.

Prof.A.Bäumer

Die Ausstellungseröffnung wurde vom Ensemble Kohelet 3 musikalisch ausdrucksvoll umrahmt. Nach einer Führung durch die Schau lud die Stadt Wels noch zu einem originellen Buffet.

Kohelet 3